Logbuchladen in der Überseestadt

AKTUELLE VERANSTALTUNGEN
Programmheft (PDF)

Seit der Eröffnung unseres Buchladens im Jahr 2012 machen wir Veranstaltungen rund um das Buch und anverwandten Künsten. Wir laden regelmässig Autor*Innen und Schauspieler*Innen zu Lesungen, Illustrator*Innen zu Werkstattgesprächen, Künstler*Innen zu Ausstellungen und Gestalter*Innen zu Workshops ein. Vieles davon findet dirkekt im Logbuchladen statt, Veranstaltungen mit höherem Zuspruch auch gerne in der Speicherbühne, dem bremer kriminal theater oder, wie unsere beliebten Weinlesungen, im Weinlager 1 bei Ludwig von Kapff. Dabei nehmen wir generell Eintritt: die Künstler sollen bezahlt werden, oft fallen Reise- und Unterbringungskosten an. Dafür schenken wir gerne Wein gegen eine Spende aus. Und sollte es bei Ihnen einmal nicht passen, dann sprechen Sie uns bitte an. Niemand soll auf Kutur verzichten müssen, weil das Geld nicht reicht. Karten: info@logbuchladen.de

 

Werkstattgespräch mit Felix Bork:
»Oh, ein Tier«
Fr 21. September 2018 | 19.30 Uhr | 10 € | Ort: Logbuchladen

Sie denken, Bambi wäre ein Reh? Dann, und nicht nur dann, sollten Sie dieses Buch in die Hände nehmen: Umwerfend schön illustriert und mit einem eigenen Witz, der garantiert zum Lachen bringt, ein schwerer Schatz für alle Freunde von Natur und Design, Illustration und anstößigem Humor. Übrigens: Bambi ist ein Weißwedelhirschkitz. Wir haben ja gesagt, Sie sollten dieses Buch lesen. Felix Bork stammt aus Berlin. In Halle / Saale studierte er Zeichnen und beobachtete Tiere. Oh, ein Tier! ist glücklicherweise das Resultat. 2018 erschien sein neuer Band »Und was isst du dann?«

Enkel-Großeltern-Workshop-Lesung mit Anke Bär:
»Kirschendiebe oder als der Krieg vorbei war«
Sa 20. Oktober 2018 | 15.00 Uhr | 10 € | Ort: Logbuchladen

Es ist das größte Glück der Welt, dass wir hier gelandet sind. Auch wenn es das größte Unglück der Welt ist, dass uns hergebracht hat. Lotte wohnt in einem Forsthaus, obwohl ihr Papa gar kein Förster ist. Grund dafür ist der Krieg, der ihrem Cousin Knut den Vater genommen hat und Lehrer Fettig ein Auge. Seit die grässliche Frau Greßmann im Forsthaus das Sagen hat, ist vieles verboten – Kirschenpflücken zum Beispiel. Doch Lotte lässt sich nicht unterkriegen. Wer Kirschen haben will, muss sie eben klauen. Und dass nur Jungs Lederhosen tragen dürfen, sieht sie schon gar nicht ein!
Ein Buch, das von einer Kindheit in der Nachkriegszeit erzählt und zu vielen Gesprächen zwischen den Generationen Anlass gibt.

Lesung mit Schauspieler Thomas Sarbacher: »Der Gott jenes Sommers« von Ralf Rothmann
Do 25. Oktober 2018 | 19.30 Uhr | 20 € | Ort: Speicherbühne

Ein Kind im Krieg: Anfang 1945 muss die zwölfjährige Luisa Norff mit ihrer Mutter und der älteren Schwester aus dem bombardierten Kiel aufs Land fliehen. Das Gut ihres Schwagers Vinzent, eines SS-Offiziers, wird ein unverhoffter Raum der Freiheit: Kein Unterricht mehr, und während alliierte Bomber ostwärts fliegen und immer mehr Flüchtlinge eintreffen, streift die Verträumte durch die Wälder und versucht das Leben diesseits der Brände zu verstehen: Was ist das für eine Beunruhigung, wenn sie den jungen Melker Walter sieht, wer sind die Gefangenen am Klostersee, wohin ist ihre Schwester Billie plötzlich verschwunden, und von wem bekommt die Perückenmacherin eigentlich die Haare? Und als ihr auf einem Fest zu Vinzents Geburtstag genau das widerfährt, wovor sich alle Frauen in jenen Tagen fürchten, bricht Luisa unter der Last des Unerklärlichen zusammen.
War Ralf Rothmanns großer, in fünfundzwanzig Sprachen übersetzter Roman Im Frühling sterben ein aufwühlendes Drama am Rand der Schlachtfelder, so ist Der Gott jenes Sommers eine ebenso erschütternde Geschichte über das Klima von Verblendung und Denunziation in den letzten Monaten eines Krieges, der jedem für immer die Seele verdunkelt und schon eine Zwölfjährige mit Recht sagen lässt: »Ich hab alles erlebt.«

Lesung mit Manuela Weichenrieder: »Septembergewitter« von Friedo Lampe
Fr 2. November 2018 | 19.30 Uhr | 10 € | Ort: Logbuchladen

Zur Neuauflage des Romanes des Bremer Autoren Friedo Lampe im Wiener Milena Verlag
Nachmittags um vier beginnt unsere Geschichte, und sie endet abends. Wie ein Kreisel zieht die Handlung am Leser vorüber. Der Großvater, der Totengräber ist, und seine Enkelinnen. Der böse Emil, der den Kindern die Drachenschnüre durchschneidet, weil er nicht will, dass sie in den Himmel fliegen. Der kleine Martin, der in die Bubenbande des starken Jan aufgenommen werden möchte, aber eben nicht so stark ist, wie es sein verstorbener Vater war. Der junge Leutnant Charisius, der beschließt, nach Kamerun zu gehen, weil man dort so schön sterben kann. Seine Geliebte, Marie, die vor einer Woche ermordet aufgefunden wurde. Wer war der Täter? Die Buben werden ihn später aufspüren, die Überraschung ist groß ... Es kann viel passieren an einem heißen Septembertag in der kleinen Stadt.
»Man muss'n bisschen lachen dabei, aber es ist doch auch traurig. Natürlich geht das Ganze schief aus.« Friedo Lampes lyrische Prosa, die filmartige Erzähltechnik, mit der er seine Szenen miteinander verwebt, erweist sich in »Septembergewitter« als gelungenes Beispiel eines magischen Realismus, dem Sachlichkeit und Wunder nicht als Gegensätze gelten.

Lesung mit Evelyn Steinthaler
Jean La Fleur liest aus »Mags im Himmel sein – Mags beim Teufel sein«

Fr 16. November 2018 | 19.30 Uhr | 10 € | Ort: Logbuchladen

Von Albers bis Rühmann: Ein Panorama der Künstlerszene von 1933 bis 1945
Was geschah mit der Liebe in der Zeit des braunen Terrors? Welchen Schikanen waren Paare in Nazideutschland ausgesetzt, die interkonfessionell, oder, wie es in der NS-Diktion hieß, „gemischtrassig“ verheiratet oder liiert waren und die im Rampenlicht standen? Wie stand es um jene Stars, die die Bevölkerung in Propagandafilmen dem NS-Regime konform unterhielten, vom Kriegsalltags ablenkten und gleichzeitig um ihre Liebe kämpften oder diese der Karriere willen aufgaben? Ausgehend von den „Nürnberger Rassengesetzen“, die seit 1935 in Kraft waren, untersucht Evelyn Steinthaler die Beziehung vier prominenter Paare und wie unterschiedlich deren Umgang mit dem öffentlichen Druck war: Wir treffen Heinz Rühmann und Herta Feiler, Joachim Gottschalk und Meta Wolff, Kurt Weill und Lotte Lenya sowie Hansi Burg, die in wilder Ehe mit dem Superstar des deutschen Kinos, Hans Albers, zusammenlebte – und viele mehr. Steinthaler erzählt vom Einfluss der Politik in einem totalitären Staat auf das Private, von Grenzen der Zuneigung durch politisch beeinflusste Karriereplanung, von Anpassung, Opferbereitschaft und selbstverständlicher Liebe, die bereit ist, Entfernungen und Distanzen zu überdauern.

Lesung mit Rainer Iwersen:
»Weihnachten mit Truman Capote«

Sa 08. Dezember 2018 | 17.00 Uhr | 10 € | Ort: Kaminzimmer Gemeindehaus Immanuel-Gemeinde

Zum Ausklang des Jahres liest Rainer Iwersen am 2. Adventssamstag nachmittags die Erzählungen »Eine Flasche voll Silber« und »Weihnachtserinnerungen« von Truman Capote. Der Amerikaner erzählt anrührend und melancholisch in seinen Weihnachtsgeschichten, deren präzise gezeichneten Figuren einem unvergessen im Gedächtnis bleiben. 
Geboren 1924 in New Orleans, wuchs Capote in den Südstaaten auf, bis ihn seine Mutter als Achtjährigen zu sich nach New York holte. Mit neunzehn Jahren erhielt er für seine Kurzgeschichte »Miriam« eine erste Auszeichnung, sein 1948 erschienener Roman »Andere Stimmen, andere Räume« wurde als das sensationelle Debüt eines literarischen Wunderkindes gefeiert wurde. 1949 folgte die Kurzgeschichtensammlung »Baum der Nacht«, 1950 »Lokalkolorit«, 1951 der Roman »Die Grasharfe«. Das 1958 veröffentlichte »Frühstück bei Tiffany« erlangte auch dank der drei Jahre später folgenden Verfilmung mit Audrey Hepburn große Berühmtheit. 1965 erschien der mehrmals verfilmte Tatsachenroman »Kaltblütig«, 1973 »Die Hunde bellen« (Storys und Porträts), 1980 »Musik für Chamäleons«. Capote verstarb 1984 in Los Angeles.